Der Ritter

Seit dem 8. Jahrhundert hatte sich allmählich ein Kaste herausgebildet, dessen Angehörige in erster Linie Kriegsdienste leisteten - die sogenannten fränkischen Panzerreiter.

Diese Reiterei war Anfangs mit einem schweren Lederwams auf dem eiserne, oft schuppenartige Plättchen befestigt waren, gerüstet. Diese sogenannten Brünnen waren so kostbar, dass die Ausfuhr derselbigen aus dem fränkischen Reich verboten war.

Den Kopf schützte ein eiserner Spangenhelm, der das Gesicht freiließ.

Die Beine steckten in ledernen Gamaschen oder waren hinter eisernen Beinschienen verborgen.
Ergänzt wurde die Rüstung noch durch einen mittelgroßen runden Schild aus Holz oder Leder. 
Neben der Lanze, die beim Angriff über dem Kopf geschwungen wurde, galt das Langschwert als wichtige Bewaffnung. Der entscheidende Vorteil dieser Reiterei war aber der Steigbügel, der dem Kämpfer einen festen Halt im Sattel gab. So konnte der Reiter beim Angriff besser mit der Lanze zielen, oder sich bei einem Schlag mit dem Schwert gut im Sattel abstützen.

Ab dem 10. Jahrhundert entwickelte sich allmählich aus den fränkischen Panzerreitern ein eigener Stand - die Ritterschaft.

 Die Beschaffung der Ausrüstung und Pferde war sehr kostspielig und musste irgendwie finanziert werden. Daher musste der Herrscher dafür sorgen, dass seine Ritter entsprechende Einkünfte, das heißt ausreichend Land hatten. Nach und nach wurden ihnen gewisse rechtliche und staatliche Aufgaben übertragen. Ritter zu werden war erstrebenswert, denn es bedeutete Macht und Ansehen. Ritter konnten Adlige sein oder Ministeriale, die als unfreie Dienstleute einem Fürsten oder Grafen dienten.

Die Kampfweise hatte sich wenig geändert. Die Lanze war beim Angriff immer noch die Waffe erster Wahl. Sie wurde jedoch nicht mehr über den Kopf geschwungen, sondern unter dem Arm geklemmt. Man muss sich eine Reihe gepanzerter Ritter vorstellen, die mit eingelegter Lanze ihren Feind auf den schweren Streitrössern anrennen. Nur wenige Gegner hielten dieser nervlichen Belastung stand.

Die klassische ritterliche Schlagwaffe war das Schwert. Streitaxt und Streitkolben vervollständigten noch die Bewaffnung. Die Rüstung bestand aus einem Kettenhemd, das später immer mehr von Eisenplatten umschlossen wurde, bis der geschlossene Plattenharnisch daraus entstand. Ein geschlossener Helm und ein relativ kleiner dreieckiger Schild aus Holz und Leder ergänzten die Rüstung im Hochmittelalter.

Ritterliche Tugenden

Der Ritter ist tapfer, höfisch und geschickt, vornehm und von edler Abstammung und wortgewandt, wohlerfahren in Jagd und Falknerei, er versteht sich aufs Schach- und Brettspiel, und Würfeln. Und sein Reichtum wurde niemals jemanden verweigert, jeder hat, soviel er braucht. Und er zögert niemals, ehrenhafte Taten zu vollbringen. Inbrünstig liebt er Gott und die Dreifaltigkeit. Und seit dem Tag seiner Geburt gehörte er niemals einem Gericht an, an dem etwas Falsches getan oder verhandelt wurde, ohne dass er Einspruch erhoben hätte. Und immer schätzte er gute Ritterart, er ehrte die Armen und Niedergedrückten und richtete jedem nach seinem Wert.

Der Ritter

- soll seinem Herren stets ergeben sein.
- soll die gelobte Treue nicht brechen und nicht meineidig werden.
- soll nicht nach Beute gieren.
- soll zum Schutze seines Herren nicht das eigene Leben schonen.
- soll für das Wohl des Staates bis zum Tode kämpfen.
- soll stets die Wahrheit sprechen.
- soll stets maßvoll und besonnen handeln.
- soll stetig und beharrlich sein Ziel verfolgen.
- soll Großmut und Freigebigkeit zeigen.
- soll sich gegen jedermann höflich benehmen, wohlerzogen auftreten und sich gegen Frauen ehrerbietig betragen.
- soll Glaubensfeinde und Ketzer bekämpfen.
- soll Arme und Schwache verteidigen.
- soll sich in Demut üben und ein gottgefälliges Leben führen.

Der Rittereid

1. Ich gelobe, alle Lehren der Kirche zu glauben und ihre Gebote zu halten.
2. Ich gelobe, die Kirche zu schützen.
3. Ich gelobe, die Schwachen zu verteidigen.
4. Ich gelobe, das Land meiner Geburt zu lieben.
5. Ich gelobe, nie vor einem Feind zu fliehen.
6. Ich gelobe, bis zum Tod gegen die Ungläubigen zu kämpfen.
7. Ich gelobe, meine Pflichten dem Lehnsherrn gegenüber zu erfüllen, sofern sie nicht gegen Gottes Gebote sind.
8. Ich gelobe, niemals zu lügen und zu meinem gegebenen Wort zu stehen.
9. Ich gelobe, allen gegenüber freimütig und großzügig zu sein.
10. Ich gelobe, immer für das Recht und gegen Ungerechtigkeit und Böses zu kämpfen.

Sie befinden sich auf einer Unterseite von www.nordmannen.de wir sind ebenfalls zu erreichen über www.reckholder-plank.de 

Chai & Donar Dragonis